In den letzten Jahren hat die Branche erlebt, wie eine beispiellose Zahl von Unternehmen ihre IT-Infrastruktur entweder teilweise oder vollständig in die Cloud verlagert hat – doch in den letzten 12 Monaten waren die Nachrichten voll von vielbeachteten Ausfällen und Sicherheitsvorfällen bei großen Cloud- und Softwareanbietern.
Einige der größten Namen der IT-Branche hatten in letzter Zeit mit Problemen zu kämpfen, wobei bekannte Unternehmen sowohl aufgrund böswilliger Angriffe als auch aufgrund unbeabsichtigter Störungen und Fehler vom Netz genommen wurden. Dies hat zu einem steigenden regulatorischen und Reputationsrisiko geführt und in der Branche die Diskussion ausgelöst, dass Unternehmen sich zu sehr auf bestimmte Dienstleister verlassen.
Nun tobt die Debatte: Sollten Unternehmen einen Rückzug aus der Cloud in Betracht ziehen, um Vertrauen und Widerstandsfähigkeit zu stärken? Diese Neubewertung der Risikokonzentration führt bereits zu ersten Maßnahmen – und hier erläutert Procurri, welche Erfahrungen wir bisher gemacht haben.
Warum sind Unternehmen überhaupt auf Cloud-Computing umgestiegen?
Der ursprüngliche Grund dafür, dass Unternehmen ihre IT-Infrastruktur von lokalen Diensten auf cloudbasierte Lösungen umstellten, war, dass die herkömmlichen Dienste mit dem rasanten Wachstum einfach nicht Schritt halten konnten. Als moderne Alternative boten Cloud-Dienste folgende Vorteile:
- Geschwindigkeit
- Skalierbarkeit
- Reduzierung des internen Infrastrukturmanagements
- Schnellere Innovationszyklen
- Weltweite Verfügbarkeit.
Für die meisten bot dies eine hervorragende Möglichkeit für Unternehmen, ihre Nachfrage zu steigern (oder anzupassen), und erfüllte genau diesen Zweck – bis der Bedarf an Kontrolle und Verfügbarkeit ebenso wichtig wurde wie die Geschwindigkeit.
Was hat sich an der Risikolandschaft im Cloud-Bereich geändert?
Da so viele Unternehmen auf Cloud-Dienste umgestiegen sind, stellt die Konzentration der Dienste einen der häufigsten Risikobereiche dar. Da sich so viele Unternehmen auf dieselben wenigen Hyperscaler verlassen, kann ein einziger Ausfall oder Angriff ganze Branchen auf einen Schlag beeinträchtigen – und es reicht schon, wenn ein einziges namhaftes Unternehmen betroffen ist, damit dies in die Schlagzeilen gerät.
Schätzungen zufolge stützen sich mittlerweile weltweit bis zu 94 % der Unternehmensdienste beim Hosting, bei der Bereitstellung oder der Speicherung von Daten auf einen der großen Cloud-Anbieter: AWS (Amazon Web Services), Google Cloud oder Microsoft Cloud. Diese drei größten Anbieter kontrollieren fast 65 % des globalen Marktes – ein erhebliches Monopol. Von August 2024 bis August 2025 kam es bei den drei Anbietern zu über 100 Dienstausfällen, wobei der größte davon eine 15-stündige Unterbrechung bei AWS war, von der über 4 Millionen Endnutzer betroffen waren.
Darüber hinaus können Sicherheits- und Lieferkettenangriffe ein größeres Risiko für Cloud-Umgebungen darstellen, da in der Regel deutlich mehr Unternehmen davon betroffen sind. Selbst gut gesicherte Kunden können über vertrauenswürdige Anbieter kompromittiert werden, und dies ist einfach nicht mit On-Prem-Diensten zu vergleichen, die das Risiko von Angriffsvektoren durch Dritte verringern.
Zwar stehen solche Branchengrößen unter dem Druck, regulatorische Standards einzuhalten, doch sollte auch beachtet werden, dass Audits bei On-Prem-Konfigurationen einfacher sind und die Anforderungen an die Datenlokalisierung leichter erfüllt werden können.
Was die regionale Ebene betrifft, so gewinnt in der Technologiebranche die These zunehmend an Bedeutung, dass europäische Unternehmen zu stark von nordamerikanischen Anbietern abhängig werden. Ein Artikel im „Wall Street Journal“ brachte die Möglichkeit zur Sprache, dass Verordnungen des Weißen Hauses den Zugang Europas zu Rechenzentren oder E-Mail-Software unterbinden könnten, die Unternehmen und Regierungen für ihre Arbeit benötigen – und in einer derart turbulenten geopolitischen Zeit erscheint dies vielen als großes Risiko. Auch Cloud-Anbieter scheuen sich nicht vor diesem Gedanken: So hat AWS im Januar eine „European Sovereign Cloud“ eingeführt.
Was bedeutet es, Apps wieder „vor Ort“ zu betreiben?
Die Entwicklungen in der Branche hin zu On-Premise-Lösungen zielen größtenteils auf Optimierung ab und nicht auf einen Rückschritt in technologischer Hinsicht – und in den meisten Fällen handelt es sich um die Einführung hybrider Architekturen und nicht um eine vollständige Verlagerung.
Anstatt Cloud-Lösungen gänzlich aufzugeben, verlagern viele Unternehmen ihre risikoreichen oder geschäftskritischen Workloads selektiv zurück in eigene Infrastrukturen; dabei werden Kernsysteme auf eigene Server verlagert, während Edge- und „Bust“-Workloads in der Cloud verbleiben. Eine eigene Infrastruktur bietet für die wichtigsten und sensibelsten Workloads zahlreiche Vorteile und gewährleistet ein höheres Maß an Kontrolle und Verfügbarkeit für das Unternehmen selbst.
Welche Vorteile bietet die Umstellung von der Cloud auf eine lokale Lösung?
Die Entscheidung, Workloads aus der Cloud auszulagern, hat Vor- und Nachteile, und es ist von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen eine fundierte Entscheidung treffen, um sicherzustellen, dass dies für ihre Konfigurationen sinnvoll ist.
Der Einsatz von On-Premise-Lösungen für kritische Systeme bietet Unternehmen mehr Kontrolle und Isolation und verringert zudem ihre Abhängigkeit von Drittanbietern. Dies ermöglicht eine vorhersehbare Leistung und einen einfachen Überblick über die Budgetplanung bei gleichbleibenden Arbeitslasten.
Das soll jedoch nicht heißen, dass On-Prem perfekt ist – auch wenn es sich ein wenig wie eine Rückkehr zum „Status quo“ anfühlt. On-Prem-Konfigurationen erfordern eine höhere Anfangsinvestition als die Cloud, und ein Unternehmen muss über Mitarbeiter mit den erforderlichen Fähigkeiten verfügen oder solche einstellen, um den Dienst zu verwalten. Die internen Abläufe müssen ausgereift und stabil sein, sonst ist es unwahrscheinlich, dass das Unternehmen seine Konfiguration gut genug verwalten kann, um eine garantierte Leistung zu gewährleisten.
Das Fazit? Ausfallsicherheit hat ihren Preis. Ganz gleich, ob sie sich für Cloud-, On-Premise- oder Hybrid-Konfigurationen entscheiden – Unternehmen müssen Geld, Zeit und Ressourcen in ein solides Management und angemessene Sicherheitsmaßnahmen investieren.
Wie kann Procurri helfen?
Procurri unterstützt seit langem Unternehmen, die eine Vielzahl unterschiedlicher Konfigurationen verwalten. Ganz gleich, ob Sie sich dafür entscheiden, einige oder alle Workloads wieder „on-prem“ zu betreiben – unsere Expertenteams helfen Ihnen gerne bei der Konzeption und Verwaltung Ihrer Infrastruktur.
Was die Hardware betrifft, ermöglichen unsere Lösungen Unternehmen, den Wert ihrer gebrauchten IT-Geräte optimal zu nutzen. Das umfangreiche Käufernetzwerk und die globale Marktpräsenz von Procurri sorgen in Verbindung mit unseren strengen Test- und Zertifizierungsprozessen dafür, dass den Käufern ausschließlich Hardware von höchster Qualität zur Verfügung gestellt wird, wodurch sie zuverlässige und kostengünstige Lösungen für ihre IT-Anforderungen erhalten. Die Neuanschaffung ist vielleicht gar nicht so teuer, wie Sie vielleicht erwarten!
Sie sind sich nicht sicher, wie es weitergehen soll, oder fragen Sie sich, ob die Cloud für die Anforderungen Ihres Unternehmens zu riskant ist? Nehmen Sie noch heute Kontakt mit einem Experten aus dem Procurri-Team auf, damit wir gemeinsam Ihre Optionen besprechen können.